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Operationsverstärker berechnen: Verstärkung & Bandbreite

Berechne Verstärkung, Ausgangsspannung, Eingangswiderstand und obere Grenzfrequenz für invertierende und nichtinvertierende OPV-Schaltungen – samt E12-Widerständen.

Aktualisiert am

Ergebnis

Verstärkung 11 ×
Verstärkung in dB Betrag, ohne Vorzeichen – Dezibel kennen keine Phasenlage. 20,83 dB
Ausgangsspannung 1,1 V
Eingangswiderstand Das Signal geht direkt auf den Plus-Eingang – je nach Bauart Megaohm bis Teraohm. Die Quelle wird also kaum belastet. sehr hoch
Obere Grenzfrequenz Dort ist die Verstärkung um 3 dB eingebrochen. Für saubere Signale mindestens Faktor 10 Luft lassen. 90,91 kHz
Mit E12-Widerständen 10 kΩ und 100 kΩ – so sind sie kaufbar 11 ×

Formel: nichtinvertierend: Vu = 1 + Rf/R1; invertierend: Vu = −Rf/R1; f_g = GBP / (1 + Rf/R1)

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Ein Operationsverstärker verstärkt von sich aus hunderttausendfach – viel zu viel, um damit etwas anzufangen. Brauchbar wird er erst durch Gegenkopplung: Ein Teil des Ausgangs läuft auf den Minus-Eingang zurück, und plötzlich hängt die Verstärkung nur noch am Verhältnis zweier Widerstände. Der Baustein selbst kommt in der Formel nicht mehr vor. Genau das macht die Schaltung so berechenbar – und verführt dazu, zwei Grenzen zu übersehen: Der Ausgang kommt nie über die Betriebsspannung hinaus, und die Bandbreite schrumpft in dem Maß, in dem die Verstärkung wächst.

So funktioniert's

  1. Grundschaltung wählen. Nichtinvertierend verstärkt phasenrichtig und belastet die Quelle kaum, invertierend dreht das Signal um.
  2. R1 und Rf eintragen – nur ihr Verhältnis zählt, nicht ihre Größe. 1 kΩ bis 100 kΩ sind die übliche Gegend.
  3. Eingangsspannung angeben, um die Ausgangsspannung zu prüfen.
  4. Betriebsspannung eintragen: Der Rechner meldet, wenn der Ausgang anschlagen würde.
  5. GBP aus dem Datenblatt übernehmen und die Grenzfrequenz mit der höchsten Signalfrequenz vergleichen.

Häufige Fragen

Warum ist die Grenzfrequenz beim invertierenden Verstärker niedriger als erwartet?

Weil die Bandbreite nicht an der Signalverstärkung hängt, sondern an der Rauschverstärkung – und die ist beim Inverter eine andere Zahl. Ein invertierender Verstärker mit Vu = −1 (Rf = R1) hat die Rauschverstärkung 1 + Rf/R1 = 2. Bei 1 MHz GBP ergibt das 500 kHz, nicht 1 MHz. Der Grund: Die Gegenkopplung sieht das Verhältnis vom Ausgang zum Minus-Eingang, und dort teilen R1 und Rf unabhängig davon, wo das Signal eingespeist wird. Viele Rechner im Netz übergehen das.

Kommen wirklich nur die Widerstandsverhältnisse vor?

Für die Verstärkung ja, solange die Leerlaufverstärkung des Bausteins weit darüber liegt. Für alles andere nicht: Sehr kleine Widerstände belasten den Ausgang – unter 1 kΩ wird es bei vielen Typen eng. Sehr große machen die Eingangsruheströme sichtbar und rauschen; über 1 MΩ meldet der Rechner das. In der Praxis landet man deshalb fast immer zwischen 1 kΩ und 100 kΩ.

Was passiert, wenn der Ausgang die Betriebsspannung erreicht?

Er bleibt dort stehen und die Signalkuppen werden abgeschnitten – aus einem Sinus wird ein Rechteck mit runden Ecken. Dabei rechnet der Rechner noch großzügig: Reale Bausteine erreichen die Betriebsspannung nicht ganz. Ein TL072 bleibt gut 1,5 V darunter, ein µA741 rund 2 V. Nur Rail-to-Rail-Typen kommen auf wenige Millivolt heran. Wer die Aussteuergrenze wirklich braucht, zieht diese Reserve noch ab.

Wofür ist ein Spannungsfolger gut, wenn er nicht verstärkt?

Er trennt zwei Schaltungsteile voneinander. Sein Eingang belastet die Quelle praktisch nicht, sein Ausgang kann dagegen Strom liefern. Typischer Fall: ein hochohmiger Spannungsteiler oder ein Sensor, der zusammenbricht, sobald man ihn belastet. Dazwischen ein Spannungsfolger, und die Spannung bleibt stehen. Als Nebeneffekt hat er die volle Bandbreite des Bausteins – seine Rauschverstärkung ist 1.

Brauche ich eine symmetrische Versorgung?

Für Wechselspannungssignale um Masse herum ja, sonst wird die negative Halbwelle abgeschnitten. Mit einfacher Versorgung legt man den Plus-Eingang stattdessen über einen Spannungsteiler auf die halbe Betriebsspannung – dann schwingt das Signal um diesen künstlichen Nullpunkt. Der Rechner nimmt symmetrische Versorgung an; bei einfacher Versorgung ist die nutzbare Aussteuerung entsprechend die Hälfte.

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