Living-Hinge-Generator
Biegewinkel, Radius und Materialstärke eingeben – der Generator berechnet die nötige Breite des Scharnierbereichs, verteilt die Schlitzreihen und gibt das Muster als SVG oder DXF aus.
Aktualisiert am
Auslegung
Alles rechnet live im Browser – die Dateien verlassen dein Gerät nicht.
Wie ein Biegescharnier funktioniert
Ein Living Hinge macht starres Plattenmaterial biegsam, ohne es zu schwächen oder zu verkleben. Quer zur Biegerichtung liegen Reihen paralleler Schlitze; zwischen ihnen bleiben schmale Stege stehen. Weil die Stege benachbarter Reihen auf Lücke sitzen, verdreht sich beim Biegen jeder Steg nur ein kleines Stück – in Summe krümmt sich die Platte trotzdem weit. Der Reiz: Deckel, Gehäusewand und Scharnier entstehen in einem einzigen Schnitt, ohne Beschläge.
Die Breite folgt der Bogenlänge
Der häufigste Fehler ist ein zu schmaler Scharnierbereich. Wie viel Platz die Biegung braucht, ergibt sich aus der Bogenlänge der neutralen Faser: Sie liegt in der Mitte des Materials und ändert ihre Länge beim Biegen nicht. Daraus folgt
Breite = (Innenradius + Materialstärke / 2) × Biegewinkel im Bogenmaß
Für 90° um 20 mm Innenradius in 3 mm Sperrholz sind das (20 + 1,5) × π/2 ≈ 33,8 mm. Genau diesen Streifen füllt der Generator mit Schlitzreihen und zentriert ihn auf der Platte – der Rest bleibt starr.
Reihen, Stege und die Grenze der Belastbarkeit
Der Reihenabstand bestimmt, wie viele Reihen in den Streifen passen, und damit, wie viel Winkel auf jede einzelne Reihe entfällt. Als Faustwert aus der Laserpraxis liegen übliche Auslegungen unter 10° je Reihe; darüber weist der Generator darauf hin. Einen harten Grenzwert gibt es nicht – er hängt von Material, Dicke, Schlitzlänge und Stegbreite ab. Der Steg zwischen zwei Schlitzen sollte nicht schmaler als die halbe Materialstärke werden, sonst reißt er beim Biegen aus. Und je länger die Schlitze, desto weicher wird das Scharnier – kurze Schlitze mit vielen Stegen halten mehr aus, biegen sich aber schwerer.
Material und Probeschnitt
Am gutmütigsten ist dünnes Sperrholz von 3 bis 4 mm, weil die Fasern die Verdrehung mitmachen. Acryl biegt sich nur warm und braucht deutlich mehr Reihen. MDF ist am kritischsten, da es keine Faserstruktur hat. Weil Materialcharge, Feuchte und Laserleistung stark hineinspielen, lohnt sich immer ein Probestreifen von etwa 30 × 100 mm, bevor du das ganze Werkstück schneidest.
Passend weiterrechnen
Die ausgegebene Schnittlänge ist die Grundlage für die Laser-Schnittzeit und die Schnittkosten. Hast du an derselben Platte Steckverbindungen, hilft die Kerf-Kompensation. Fertige Konturen liefern der Fingerzinken-Box-Generator und der Lochkreis-Generator; bestehende Zeichnungen wandelt der DXF ⇄ SVG Konverter um.
Häufige Fragen
Was ist ein Living Hinge?
Ein Living Hinge – auf Deutsch Biegescharnier oder Federscharnier – ist ein Muster aus versetzten Schnitten, das starres Plattenmaterial biegsam macht. Zwischen den Schnitten bleiben schmale Stege stehen; weil die Stege benachbarter Reihen auf Lücke sitzen, verdrehen sie sich beim Biegen leicht und die Platte krümmt sich, ohne zu brechen. Typische Anwendungen sind Gehäuse mit runden Ecken, Lampenschirme, Rolldeckel und Buchrücken.
Wie breit muss der Scharnierbereich sein?
So breit wie der gebogene Abschnitt lang ist. Der Generator rechnet dafür die Bogenlänge der neutralen Faser: Breite = (Innenradius + halbe Materialstärke) × Biegewinkel im Bogenmaß. Für eine 90°-Biegung mit 20 mm Innenradius in 3 mm Sperrholz sind das rund 33,8 mm. Ist der Bereich zu schmal, wird die Biegung zu eng und die Stege reißen.
Wie viele Reihen brauche ich?
Je mehr Reihen, desto weniger muss sich jeder einzelne Steg verdrehen und desto schonender wird die Biegung. Übliche Auslegungen für 3-mm-Sperrholz liegen bei etwa 5 bis 10° je Reihe – der Generator weist darauf hin, wenn es darüber hinausgeht. Einen harten Grenzwert gibt es nicht, weil Material, Dicke, Schlitzlänge und Stegbreite zusammenspielen. Mehr Reihen bedeuten allerdings auch mehr Schnittzeit und ein weicheres, weniger tragfähiges Scharnier.
Welche Schlitzlänge und welchen Steg soll ich wählen?
Bewährt sind Schlitze von 15 bis 30 mm und Stege von 2 bis 4 mm bei 3-mm-Sperrholz. Kurze Schlitze mit vielen Stegen ergeben ein festes, aber steiferes Scharnier; lange Schlitze biegen leichter, halten dafür weniger aus. Der Steg sollte nicht schmaler als die halbe Materialstärke sein, sonst bricht er beim Biegen aus.
Welches Material eignet sich?
Am besten funktioniert dünnes Sperrholz von 3 bis 4 mm, weil die Fasern die Verdrehung mitmachen. Auch Acryl lässt sich biegen, allerdings nur warm und mit deutlich mehr Reihen, da es sonst spröde bricht. MDF ist am kritischsten: Es hat keine Faserstruktur und reißt schnell – dort helfen kleinere Reihenabstände und ein größerer Radius. Ein Probestück lohnt sich immer.
Muss ich die Schnittfuge berücksichtigen?
Für das Muster selbst nicht: Die Schlitze sind reine Schnittlinien ohne Breite, der Laser erzeugt die Fuge von selbst. Wichtig wird die Fuge nur, wenn du zusätzlich Steckverbindungen an derselben Platte hast – dafür gibt es den separaten Kerf-Rechner. Die Fugenbreite vergrößert übrigens leicht die Beweglichkeit, weil sich die Schlitze weiter schließen können.
Werden meine Daten hochgeladen?
Nein. Muster und Vorschau entstehen komplett in deinem Browser, und die Dateien werden lokal erzeugt. Es wird nichts übertragen und nichts gespeichert.